Goldenes Doppel für das Aostatal:

Federica Brignone krönt Comeback mit zwei Olympiasiegen

Aosta / Frankfurt am Main, 16.02.2026 | Nur zehn Monate nach einem schweren  Beinbruch hat Federica Brignone bei den Olympischen Winterspielen in Cortina gleich zweimal Gold gewonnen. Nach ihrem Triumph im Super-G am 12. Februar folgte am 15. Februar der Sieg im Riesenslalom – ihre Paradedisziplin. Mit 35 Jahren wurde die Skirennläuferin aus dem Aostatal damit zur ältesten Olympiasiegerin im alpinen Skisport. Für die kleinste Region Italiens ist ihr Erfolg weit mehr als sportliche Leistung. Er ist die Geschichte eines unmöglichen  Comebacks, das zur Märchenstory wurde.

Super-G: Der erste Streich
Am 12. Februar raste Brignone in 1:23.41 Minuten die anspruchsvolle Super-G-Strecke auf der Olympia delle Tofane hinab und ließ dabei diefranzösische Silbermedaillengewinnerin Romane Miradoli (+0.41) und die österreichische Bronzemedaillengewinnerin Cornelia Hütter (+0.52) hinter sich. Zu Beginn des Rennens noch auf Platz sechs und sieben liegend, dominierte sie auf den entscheidenden Passagen und ließ ihrer Konkurrenz keine Chance.

Riesenslalom: Die Krönung
Drei Tage später folgte im Riesenslalom der nächste Triumph. Mit einer Gesamtzeit von 2:13.50 Minuten distanzierte Brignone die zeitgleichen Zweitplatzierten Sara Hector (Schweden) und Thea Louise Stjernesund (Norwegen) um 0,62 Sekunden. Den Grundstein legte sie bereits im ersten Lauf, in dem sie sich einen komfortablen Vorsprung herausfuhr.  Trotz eines extrem engen Feldes lag sie klar vorne –Konkurrentinnen und Experten zeigten sich gleichermaßen beeindruckt von ihrer Performance.

Ihr erstes Olympia-Gold hatte die „Tigerin von La Salle“ bereits zur ältesten alpinen Ski-Olympiasiegerin aller Zeiten gemacht – mit dem zweiten schrieb sie endgültig Geschichte. Das nach einer Verletzung, die viele für karrierebeendend hielten: Im April 2025 hatte sich Brignone bei den italienischen Meisterschaften einen doppelten Beinbruch und einen Kreuzbandriss zugezogen. Erst im November 2025 stand sie wieder auf Skiern, kehrte erst drei Wochen vor Olympia in den Weltcup zurück – mit nur zwei Rennen zur Vorbereitung.

Wurzeln in den Bergen
Geboren in Mailand, aber aufgewachsen in La Salle im Aostatal, umgeben von Monte Bianco, Matterhorn, Gran Paradiso und Monte Rosa, prägte die Bergwelt der Region Brignones Karriere. Als Fahnenträgerin der italienischen Delegation bei der Eröffnungsfeier hatte sie bereits eine herausragende Rolle inne. Mit ihrem Doppel-Gold vor heimischem Publikum wurde sie nun zur Heldin einer ganzen Nation.

Sportlich ist Brignone außergewöhnlich erfolgreich. Mit über 30 Weltcupsiegen, zwei Gesamtweltcup-Triumphen (2020 und 2025) sowie olympischen Medaillen in Pyeongchang 2018 (Bronze im Riesenslalom) und Beijing 2022 (Silber im Riesenslalom, Bronze in der  Kombination) zählt sie zu den erfolgreichsten Athletinnen im Skisport. Darüber hinaus engagiert sie sich als Botschafterin für Nachhaltigkeit und Sport – Werte, die auch im Aostatal gelebt werden, wo fast ein Drittel der Fläche durch Nationalparks und Naturschutzgebiete  geschützt ist. Mit Brignones Doppel-Gold und Langläufer Federico Pellegrinos Staffel-Bronze bewies das Aostatal bei den Olympischen Spielen 2026 einmal mehr seine Bedeutung als Wiege des italienischen Wintersports.

Bild: Copyright © Valle d’Aosta

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