Das 1×1 des Weitwanderns

Die Sehnsucht nach einer Auszeit vom Alltag treibt immer mehr Menschen hinaus in die Natur. In einer Zeit, die geprägt ist von Pandemie-Maßnahmen und Umweltsorgen, kommt Weitwandern eine immer wichtigere Bedeutung zu. Aber einfach loslaufen, kann schnell im Desaster enden. Damit Einsteiger auf ihrer ersten Tour keine bösen Überraschungen erleben, beantworten wir die sieben wichtigsten Fragen zum neuen Trend.

  1. Weitwandern – was ist das überhaupt?

Unter Weitwandern versteht man die Bewältigung längerer Wegstrecken, die zwischen sechs und 30 Tagesetappen umfassen und durchgehend ausgeschildert sind. Fernwanderwege sind die Königsdisziplin des Weitwanderns und umfassen mindestens 30 Tagesetappen. Der Lechweg gehört mit seinen 125 Kilometern Länge zu den klassischen Weitwanderwegen. Er führt in sieben bis acht Etappen vom Formarinsee in Vorarlberg durch das Tiroler Lechtal weiter über Reutte bis nach Füssen im Allgäu.

  1. Warum sollte man weitwandern?

Beim Weitwandern geht es um Verbundenheit zur Natur und Abstand vom Alltag. Ein längerer Aufenthalt in den Bergen führt zu Gelassenheit und trägt zum körperlichen und geistigen Wohlbefinden bei. Sich auf die wesentlichen Dinge beschränken zu müssen schenkt ein ungeahntes Gefühl der Freiheit. Wer das erleben möchte, muss keine Sportskanone sein. Auf dem Lechweg können Einsteiger mehrere Tage in der unberührten Natur unterwegs zu sein. Auch ohne Marathon-Etappen und alpinistischer Erfahrung.

  1. Was erwartet mich bei einer Weitwanderung?

Die mehrtägigen Touren führen durch die verschiedensten Landschaften und trumpfen täglich mit neuen Reizen auf. Unvergesslich sind die Momente auf schmalen Pfaden, weit weg von Menschenmassen, wenn man über (einfache) Felspassagen kraxelt oder bei einer gemütlichen Brotzeit grandiose Ausblicke genießt. Es gibt Touren in allen Höhenlagen, mit mehr oder weniger Kilometern Wegstrecke: für jedes Können ist etwas dabei. Wer Einsteiger ist und eher genießerisch durch die Natur geht, ist auf dem Lechweg gut aufgehoben. Denn der Weitwanderweg verläuft ohne große Steigungen stets in Talnähe und lässt sich auch ohne große Vorerfahrung problemlos erwandern.

  1. Wo wird geschlafen?

Hütte, Zelt oder Gasthaus – das tägliche Wandererlebnis startet und endet in einer Unterkunft. Weniger Erfahrene buchen am besten im Vorfeld eine Bleibe für die Nacht. Tipp: Wer in Hütten übernachten möchte, muss einen Hüttenschlafsack mitnehmen. Daran müssen Wanderer auf dem Lechweg nicht denken. Am Ende jeder Etappe warten kleine, aber komfortable Hotels und Pensionen auf die erschöpften Wanderer und sorgen dafür, dass man am nächsten Morgen gestärkt und erholt weiterziehen kann.

  1. Wer kann Weitwandern und wie bereitet man sich vor?

Weitwanderer müssen keine Leistungssportler sein. Allerdings sollten sie über eine gewisse Grundkondition verfügen und sich selbst zuverlässig im Gelände einschätzen können. Gerade Anfänger unterschätzen gerne die Länge des Wegs und die Anstrengung des täglichen, mehrstündigen Wanderns. 20 Kilometer klingen auf dem Papier vielleicht nicht viel, sind aber für Ungeübte eine echte Herausforderung – vor allem im Gebirge. Im Vergleich zu vielen alpinen Touren ist der Lechweg vom Anspruch her eher moderat und erfordert keine alpine Erfahrung. Wer sich unsicher ist, bucht sich lieber einen erfahrenen Guide. Der kann dann auch zu jeder Pflanze am Wegesrand etwas erzählen.

  1. Das 1x1 des Weitwanderns
    Wer auf dem Lechweg unterwegs ist, kann sich das Gepäck von Unterkunft zu Unterkunft transportieren lassen und läuft entspannt mit kleinerem Tagesrucksack.

    Welche Ausrüstung für den ersten Weitwanderweg?

Ob einsame Höhen oder ins Tal: Minimalisten sind im Vorteil. Je weniger Gepäck, desto besser. Das A und O sind eingelaufene Bergschuhe, am besten mit Schaft für einen guten Halt, sowie ein 35 bis 50-Liter-Rucksack mit belüftetem Tragesystem. In den Rucksack gehören neben ausreichend Wasser und Essen auch ein Erste-Hilfe-Set und Sonnenschutz. Je nach Gelände entlasten Teleskopstöcke die Gelenke. Beim Outfit gilt: Zwiebelprinzip aus atmungsaktiver und schnelltrocknender Kleidung. Denn in den Alpen kann sich das Wetter innerhalb von Minuten ändern – von strahlendem Sonnenschein zu Starkregen. Übrigens: Wer auf dem Lechweg unterwegs ist, kann sich das Gepäck von Unterkunft zu Unterkunft transportieren lassen und läuft entspannt mit kleinerem Tagesrucksack.

  1. Was raten Profis für die erste Tour?

Der gängigste Fehler liegt in der ersten Etappe: Sie ist zu lang. Das Wichtigste beim Weitwandern ist, den eigenen Rhythmus zu finden, auch wenn Mitwanderer schneller laufen. Der Spaß sollte immer im Vordergrund stehen. Für die erste Etappe sind bis zu 15 Kilometer Wegstrecke ideal. So hat man die Möglichkeit, sich im Laufe seiner (Weit-)Wanderung noch zu steigern. Der Lechweg kann je nach persönlicher Fitness sehr individuell erlebt werden: ob die sportliche Variante in sieben, die normale Variante in acht oder gemütlich wandern in zehn Tagen. Und wenn es einmal gar nicht mehr geht, können Wanderer ihre müden Füße schonen und eine Etappe mit dem Bus fahren.

 

Hinweis: Der Weg ist von Mitte Juni bis Mitte Oktober auf seiner gesamten Länge wanderbar. Zwischen Mitte Mai und Mitte Juni (Frühjahrsvariante), sowie Mitte bis Ende Oktober (Herbstvariante) kann der Lechweg wegen Schnee hingegen nur von Steeg bis Füssen begangen werden

 

 

Weitere Informationen gibt es unter www.lechweg.com sowie beim Verein Lechweg unter Tel.+43-5634-5315.

 

Über den Lechweg

Moderat, vielfältig, einzigartig: Der Lechweg ist der zertifizierte Weitwanderweg, der dem Lauf eines der letzten Wildflüsse der Alpen durch zwei Länder und fünf Regionen, vom österreichischen Arlberggebiet über die Naturparkregion Lechtal und Reutte bis nach Füssen im Allgäu folgt. Als „Leading Quality Trail“ gehört er mit seinen gut ausgeschilderten Wegen, die ganz ohne alpine Erfahrung zu meistern sind, zu den zehn besten Weitwanderwegen Europas. Von der Quelle am Formarinsee auf 1.793 Metern bis zum Fall In Füssen auf 800 Metern folgen Genusswanderer dem Lech talwärts in sieben Tagen auf insgesamt 125 Kilometern. Auf jeder Etappe entdecken sie dabei eine neue Landschaft mit verschiedenen Highlights, von Sehenswürdigkeiten über Flora und Fauna bis zu besonderen Charakteren. Der Lech prägt nicht nur seine Landschaften, sondern auch die Menschen und Kulturen, die an seinem Lauf leben. Mit speziellen Lechweg-Produkten, wie beispielsweise das „Lechweg-Lüfterl“ aus getrocknetem Rindfleisch oder die Gin-Sorte „Lechweg-Kramat“, nehmen sich Gäste ein Stück Tradition mit nach Hause.

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